Es ist in aller Munde und die Erwähnung hier fast schon eher für das ‘Archiv’. Eine Aktion von mehr als 50 renommierten deutschen Schauspielern, veröffentlicht am Tag der Abschaffung des Föderalismus in Deutschland während bdeutsamer Pandemiesitiationen. Nein, Oliver Pocher ist nicht dabei, auch nicht Joko. Eher so am anderen Ende der Niveau-Skala.

Die Presse schreibt, der Regisseur sei untergetaucht, die Seite natürlich längst vom Netz und die Teilnehmer würden einer nach dem anderen Distanz nehmen. Das ist natürlich wieder einmal gelogen.

Die Seite ist nämlich online, performant sogar, im Impressum gibt es sogar Telefonkontakt, der Regisseur äußert sich, die Teilnehmer auch und Distanz nehmen lediglich drei dieser 50+ Teilnehmer höchstens von der Interpretation der Medien, diese Aktion als Verhöhnung der COVID Kranken und COVID-Leistungsträger zu werten.

Hier (in Auszügen) das bemerkenswerte Statement des Regisseur und Mitinitiator der Initiative #allesdichtmachen Dietrich Brüggemann auf Twitter.

„Es hat eingeschlagen. An alle, die jetzt von ‚Verhöhnung‘ schwurbeln: Ich schwurble jetzt auch mal. Ihr verhöhnt die Opfer. Ihr trampelt auf denen herum, die jetzt selbstmordgefährdet sind. Ihr spuckt auf all die, die ihre Existenz verloren haben. Ihr macht euch lustig über das Leid derer, die in ärmeren Schichten und ärmeren Ländern über die Klinge springen, die ihr ihnen hinhaltet. Ihr seid zynisch und menschenverachtend.
(…) Ihr seid ein Teil des Schlimmsten, was die Menschheit hervorgebracht hat: Ihr seid ein Lynchmob. Ganz einfach. (…)
Und wer fragt, ob dieser Feind wirklich so maximal ist und ob man den vielleicht auch mit anderen, zivilen Mitteln bekämpfen könnte, der ist ein Leugner und Volksfeind und muß an die Laterne gehängt werden.
Ihr merkt gar nicht, was für Reflexen ihr hier nachgebt, aber das ist Teil des Problems. An einer Medienelite, die den immer härteren Lockdown fordert und jeden Kritiker mit Verweis auf volle Intensivstationen zum Abschuss freigibt, gibt es jede Menge zu kritisieren. Und dieser Shitstorm kommentiert sich ohnehin selbst. Hat euch Tod und Sterben jemals interessiert? War es euch bisher egal, dass um euch herum jeden Tag Menschen aus vermeidbaren Gründen gestorben sind? Aber auf einmal gibt es für euch nur noch dieses Thema?
Keins von diesen Videos handelt von der Pandemie. Aber sie ziehen das hohle Pathos durch den Kakao, mit dem wir uns seit einem Jahr konfrontiert sehen. Sie kritisieren die Gnadenlosigkeit, mit der alles, das jetzt den Bach heruntergeht, als zweitrangig abgetan wird. Sie hinterfragen die Geschichten, die eine Gesellschaft sich selbst erzählt. Und wenn diese Gesellschaft (oder die 1%, die auf Twitter sind) dann derart überschäumend reagiert, dann war das Ganze offenbar notwendig. Ende.“

Sehr schön formulierte Ansprache an Normopathen, welche offenbar gerade aus 75-jährigem Schlaf erwachten und denken, Ihre Stunde sei endlich gekommen.

So ganz nebenbei: Wodarg ist nun bei dieBasis. Eine beachtliche Entwicklung.

Kategorien: Allgemein

2 Kommentare

Burkhard Stieglitz · 27. April 2021 um 1:20

Der Realitätsverlust der öffentlich-rechtlichen “Regime”-Medien wird in dieser “Pandemie” auf eine geradezu plumpe weise offensichtlich. Man gibt sich nichteinmal mehr die Mühe, das propagandahafte der offiziellen Corona-Nachrichten zu bemänteln.
Man fühlt sich bei den Kommentatoren der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten immer mehr an den Schwarzen Kanal des DDR-Kommentators Eberhard von Schnitzler erinnert. Der sprach auch gelehrt an der Realität vorbei, bis plötzlich die Stunde der Wahrheit schlug und die Mauer fiel.
Da überträgt das ZDF eine Sondersendung, um dem deutschen Zuschauer zu suggerieren, über die 52 Schauspieler sei ein Shitstorm hereingebrochen. In Deutschland herrsche ‘Empörung’ über die schamlose Verhöhnung der Opfer der Pandemie durch Schauspieler, denen es doch eigentlich noch gut ginge. Reihenweise sollen sich die Schauspieler von ihren Beiträge im nachhinein zurückgezogen und sich geschämt haben.
Schaut man sich dagegen im Internet einen Beitrag nach dem anderen an, dann kann man eine überwältigende Zustimmung zu jedem der gut gemachten Kurzfilme und den mutigen ironischen Stellungnahmen feststellen. Hunderttausende sahen die intelligenten satirischen Beiträge. 95-98% gaben die Bewertung “gefällt mir” ab. Schon nach zwei Tagen wurden manche Beiträge 300.000 mal aufgerufen und die Zahl der Klicks wird weiter in die Höhe schießen. Die öffentlich-rechtlichen ‘Satiriker’ wie Oliver Welke und Lutz van der Horst von der Heute-Show erscheinen wie Hofschranzen, die den Medien-Gewaltigen die Stiefel lecken, um es mal ‘anständig’ zu formulieren.
Das Statement von Brüggemann ist mutig und trifft den Nagel auf den Kopf. Es ist zu hoffen, dass diese Sendung einen Wendepunkt im deutschen Fernsehjournalismus markieren wird.
Andere sollten sich an der Courage der 50Schauspieler ein Vorbild nehmen.

Burkhard Stieglitz

Petra · 25. April 2021 um 14:21

Hi, sehr guter Kommentar des Regisseurs. Mir gefällt, klar benannt zu wissen, dass wir einer Art medialem Lynchmob weite Felder unserer Denkkultur überlassen. Wer weiß, wann aus dem bislang “nur” verbalen Lynchen ein wirkliches wird? Natürlich gerechtfertigt mit den alles gestattenden Maßnahmen gegen diese unerhört wuchernde Seuche … Frage noch erlaubt, auf welcher Seite wirklich eine Seuche wuchert? Ob Normopathen diese Frage überhaupt verstehen, darf bezweifelt werden.

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