Können wir dem Ruf des Einzelnen nach Sicherheit nachgeben für den Verlust der Freiheit Vieler? Ja können wir! Sollten wir dies auch tun? Ist es nicht vielmehr so, dass individuelle Sicherheit nicht eher durch individuelle Maßnahmen erreicht werden sollte? Jedem scheint klar zu sein, dass Risiken nicht vollständig auszuschließen sind, dass Sicherheitsmaßnahmen von vielen Faktoren abhängen und subjektiv und kulturell unterschiedlich bewertet werden. Wäre es unter diesen Umständen nicht ein plausibler Ansatz, die Möglichkeiten des Selbstschutzes zu erhöhen?

Ist die Beraubung der Freiheiten aller eine Antwort auf das Sicherheitsbestreben einiger? Könnte man nicht sagen: Du hast Angst vor der Begegnung mit Menschen als mögliche Infektionsschleudern? Bleib zu Hause! Der Staat ermöglicht zum Beispiel das home office und das homeschooling und schafft hier entsprechenden gesetzlichen Rahmen. Home office ist nicht möglich? Für Gänge in die Öffentlichkeit trage ich Maske, durch das Tragen der Maske bekomme ich erbetenen Abstand. Also eher eine Erweiterung der Rechte als eine Einschränkung derselben. Da könnte ich gut mitgehen und würde sehr solidarisch zu jedem Maskenträger auf Abstand gehen. 

Beim Ausarbeiten dieser Idee beschleicht mich allerdings die vage Vermutung, dass dies zwar zur Sicherheit der Virusängstlichen beitragen könnte, jedoch nicht zu deren Freude. Bei soviel Eigenverantwortung würde sich Ärger und Empörung breit machen bei denen, die sich da so geißeln und einschränken, denen gegenüber, welche die Feste feiern, wie sie fallen. Schuldzuweisungen würde es regnen, ‘so würde man ja nie aus dem Lockdown herauskommen’, ‘das Virus nie in den Griff bekommen’. 

Nun ja, gut erkannt, doch aus unserer jetzigen Situation helfen uns auch keine vernünftigen Argumente mehr heraus. Wie sollten die denn aussehen? Richling sagte in der SWR Spätschicht: ‘Denken sie nicht weiter darüber nach, sonst können sie Entscheidungen der Bundesregierung nicht mehr nachvollziehen, was zu schweren psychischen Problemen führen könnte.’ 

Da wären wir meines Erachtens auch beim nächsten Punkt. Viele leiden massiv unter den Schutzmaßnahmen, die zu psychischen Krankheiten bis hin zum Tod führen.

Da müssen wir uns doch eingestehen, selbst wenn wir die Frage nach Sicherheit oder Freiheit nicht klären konnten, dass man zwar vielleicht von einer größeren Gruppe verlangen könnte, sich einzuschränken, um eine kleinere Gruppe zu schützen, aber ganz sicher nicht von ihr verlangen kann, dass sie sich dabei selbst schädigt. 

Wir merken schon, es ist nicht damit getan, dass wir alle ein wenig AHA machen und dann sind wir schon sicher und immer noch frei.

Erlangen wir denn Erkenntnisgewinn bei früheren Aufklärern? Bei Jean-Jacques Rousseau, in ‘Du contrat social ou Principes du droit politique’ können wir nachlesen, dass eine politische Ordnung nur dann Rechtmäßigkeit besitzt, wenn sie auf dem in Freiheit geäußerten Willen der Menschen beruht. Hobbes führt diesen Punkt noch weiter aus, indem er betont, dass wenn aus Sicherheitsgründen auf Freiheit verzichtet wird, so sei die Ordnung ungerecht und könne keine Rechtmäßigkeit oder gar Gehorsam seitens der Bürger beanspruchen. 

Für alle die sich immer noch unsicher sind in der Frage nach Sicherheit oder doch eher Freiheit formulierte Heinz-Peter Röhr den Satz „Der verzweifelte Versuch, Sicherheit zu finden, führt in größere Unsicherheit und Angst.“ Daher sollten wir aus der sicheren Deckung herauskommen, die Maske absetzen und mutig aufeinander zugehen. 

Kategorien: Allgemein

3 Kommentare

alexander · 26. März 2021 um 23:55

Lieber Burkhard, dazu habe ich ein Video zusammengestellt … es gibt ein interessanten Vortrag von Bill Gates und in dem Zusammenhand Chad Friedmann. Siehe https://www.corona-collateral.eu/weltimpfung-nun-kommt-es-also-mehr-und-mehr-in-den-fokus/#kenia

Burkhard Stieglitz · 26. März 2021 um 22:56

Ist Euch auch schon aufgefallen, dass es nur um den Impfstoff geht? Was kommt denn in der Zeit zwischen der Infektion und der vielleicht beginnenden Erkrankung bis zur Einweisung in die Intensiv-Station zur Anwendung? Warum spricht man überhaupt nicht von Medikamenten, die man einnehmen kann, sollte man sich infizieren? Warum wird Remdevisir nicht in großen Mengen bestellt. Trump konnte nach Einnahme des Medikaments nach vier Tagen wieder aus dem Walter Reed-Krankenhaus entlassen werden.

Auch an Tuberkulose kann man erkranken muss aber nicht daran sterben, wenn man Penicillin einnimmt. Warum sucht man nicht auch nach einem wirksamen Medikament? Und wie sieht es mit vorbeugenden Maßnahmen aus? Die Regierungen interessieren sich nicht für diese Fragen, weil es ihnen gar nicht um die Gesundheit der Bevölkerung geht. Es geht nur um Maskierungen und Kontakteinschränkungen.
Remdevisir ist noch immer sehr teuer. Die Packung kostet über 1500 Euro wie ich in der Apotheke erfuhr. In großen Mengen bestellt könnte es natürlich deutlich billiger werden.

Ein Professor riet im Fernsehen Vitamin-Tabletten zusammen mit Zink einzunehmen und zugleich empfahl er einen virenabtötenden Nasenspray. Eigentlich doch einleuchtend, wenn das Virus in den Nasenschleimhäuten brütet und von da aus in die Lunge wandern soll.
Aber den Panikmachern fallen solche Ratschläge an die Bevölkerung nicht ein. Die verbeißen sich in die Lockdown-Maßnahmen mit ihren schweren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Kollateralschäden.

Gerade die Kinder leiden unter den Maßnahmen. Ein Freund berichtete mir aus Gelsenkirchen, dass seine beiden Kinder mit folgender Regelung am Unterricht teilnehmen können. Wenn die 8jährige Tochter zwei Tage in der Woche zur Grundschule gehen darf, ist seinem sechsjährigen Sohn der Besuch nur an einem Tag gestattet. In der folgenden Woche darf dann das “I-Dötzchen” zwei Tage zum Unterricht kommen und die Tochter darf an einem Tag zur Schule gehen. Beide sagen, dass sie bis zur nächsten Woche alles schon wieder vergessen haben. Wir erziehen eine Generation der Analphabeten! Dabei erkranken Kinder nicht an Corona. Aber sie könnten ja die Großeltern bei einem Besuch im Altenheim anstecken. Gut das wir eine so fürsorgliche Regierung haben!

Das alles sind so unsoziale und medizinisch unsinnige Maßnahmen, dass man immer mehr den Eindruck bekommt, dass der Welt absichtlich schwerster Schaden zugefügt wird. Man wundert sich über die Lehrer die diesen Unsinn mitmachen. Aber denen werden alternativ disziplinarische Strafen angedroht.

Burkhard Stieglitz · 25. März 2021 um 22:35

Danke, Alexandra, für Deinen Kommentar, dem ich 100% zustimme!
Jeder kann doch für sich seinen privaten Lockdown so verschärfen und verlängern, wie es seinem Gefühl der Angst oder dem Sicherheitsbedürfnis entspricht.
Warum muss der Geimpfte noch verlangen, dass sich andere auch impfen? Jeder impft sich, um sich selbst zu schützen. Was starrt er denn noch auf den Ungeimpften, warum verlangt er die Impfung von ihm? Der Geimpfte ist doch nach der Spritze angeblich geschützt und kann sich nicht mehr anstecken. Es gibt aber auch Menschen, die fürchten sich mehr vor einem Schlaganfall und vor Lähmungserscheinungen im Anschluss von Vergiftungen durch die Impfung. Was ist eigentlich in dem Serum drin? Die negativen Folgen der Impfung können sich auch nach einem halben Jahr oder noch länger in Form der Bildung von Blutgerinnseln zeigen. Prof. Dr. Bhagdi hat davor schon im vorigen Jahr von der Pandemie nicht mehr überzeig
Keine Minderheit und keine Mehrheit darf von anderen Menschen verlangen, ihre Gesundheit auf ‘s Spiel zu setzen.
Ähnlich ist es mit der Maskenpflicht. Wenn die Maske mich schützt – man kann sich ja beim Hinausgehen zwei von den blauen Masken umbinden, dann ist man doch besser geschützt – oder macht uns die Maske nicht sicherer . Jeder muss für sich die Gesundheitsschädlichkeit abwägen, die das Maskentragen für ihn im positiven oder negativen Sinne nach sich zieht.
So genügt es für den eigenen Schutz vor schädlichem Pilzbefall im Schwimmbad, wenn man sich selbst Schlappen anzieht und eventuell vor dem Einkleiden noch die Zehen einsprüht. Da muss man nicht von anderen verlangen, dass sie dieselben hypochondrischen Hygienemaßnahmen ergreifen. Man muss die eine Entscheidung ebenso respektieren wie die andere. Niemand muss verlangen, dass der andere es ihm
gleich macht.
Die Regierung kann aber Ratschläge geben

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