Im August wird eine pathologische Umfrage (Prof. Friemann et al) im Ärzteblatt thematisiert.

105 verstorbene Männer und 49 verstorbene Frauen, größtenteils zwischen 70 und 90 Jahre alt (Median und Schnitt 70 Jahre alt), wurden pathologisch untersucht. Die Erwähnung, die Patienten hätten durchschnittlich 10 Jahre Lebenszeit verloren durch die C19 Infektion ist angesichts eines durchschnittlichen Lebenserwartung von 78 Jahren bei dieser Kohorte schon steil.

Erstaunlich ist, daß durchschnittlich nur 1-2 Patienten pro teilnehmendem Institut ausgewählt wurden und diese Selektion auch zu größten Teilen Patienten mit massiver Vorerkrankung beinhaltete (kardiovaskuläre Erkrankungen (ca. 43%), vorbestehende Lungenerkrankungen (ca. 16%) und komplizierte bakterielle Infektionen (8%). Häufige Komorbiditäten waren außerdem Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Diabetes mellitus (ca. 12%) und in der Auswahl sogar ein oder wenige an bösartigem Tumor Erkrankte.). 25% der Selektion verstarb nicht an C19. Warum eine Selektion mit so massiver Komorbidität?

Bei 14% dieser Patienten wurde noch nicht einmal C19 histologisch festgestellt, dennoch wurde deren Pathogenese berücksichtigt, als Hinweis auf die Effekte von C19.

Bei den SARS-CoV-2-induzierten Organschäden stehen diffuse Alveolarschaden, sowie Mikro- und Makrothromben bzw. ihre Folgen an verschiedenen Organen ganz im Vordergrund. Hinweise auf möglicherweise virusassoziierte Schäden des Immunsystems, der Leber, des Herzens und des Zentralnervensystems bedürfen weitere Aufklärung.

Letzteres ist Wissenschaftssprech für “es gibt keine konkreten, belastbaren Anhaltspunkte … sollte aber einmal untersucht werden” (dazu auch: “Klinische Obduktionen bedürfen als Verfahren zur Aufklärung der formalen und kausalen Pathogenese lebensbedrohlicher Infektionserkrankungen einer besseren institutionellen Absicherung.“).

Das Fazit für die Pressemitteilungen, die Kommunikation in den sekundären Medien und bei “mir und Dir” auf der Straße jedoch ist: Wissenschaftler sagen, Multiorganversagen mit C19 ist wahrscheinlich.

Im Rahmen dieser Umfrage wird übrigens Bundesgesundheitsminister Spahn angeschrieben (siehe hier Pressemappe) und aufgefordert, die Vergütungsverordnung für Obduktionen von 750€ auf 1.109,30€ anzuheben.

Im Presseamt findet man weiter unten noch: “Mikrothromben in alveolären Kapillaren sind aber 9x häufiger beiCovid-19 als bei Influenza” C19 schädigt Blutgefäße (Endothel) häufiger als Influenza; es bilden sich schneller Thromben und die Heilung des Endothels ist langsamer als bei Influenza. Kommt aber irgendwie nicht aus der Umfrage, sondern wird als extra Beitrag von einem Kollegen der DGP beigetragen. Allerdings so eigenartig, nämlich durch einen die Kernaussagen abdeckenden Hinweisblock verdeckt, präsentiert (s.u), daß man sich fragen muss, ob der Redner diese Aussagen wohl treffen will oder eben gerade nicht.

 

 

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