Die Eindämmung dieser COVID-19 Pandemie ist der Sprint, der Klimawandel ist der Marathon, sagt Diarmid Campbell-Lendrum (WHO) am 27.03.2020. 

Das scheint mir gelungener als “Die Pandemie ist kein Sprint, sondern ein Marathon.” Diese Binsenweisheit, hier und da erwähnt als eine abgeklärt klingende Profilierung, taugt wohl kaum mehr als als angstmachender erhobener Zeigefinger schlaumeiernder Sekundärliteraturrepetierer. Inhaltlich bietet es wohl kaum mehr Inhalt als die platte Tatsache, dass noch kein Virus (mit den Pocken als Ausnahme) besiegt wurde.

Wir alle wissen, daß die Gefährdung eines komplizierten Verlaufes massiv begünstigt wird durch Atemwegsvorerkrankungen. Vor dem Hintergrund, dass 91% der Weltbevölkerung Luft atmet, die als “unsafe” beurteilt wird, bietet sich doch sicher der langfristige Ansatz dort. Der Kampf gegen den Virus ist ein Kampf gegen Windmühlen. Die Reduktion von Luftverschmutzung, das Wiederaufforsten der grünen Lunge unseres Planeten ist doch zweifellos viel wichtiger.

Der Klimawandel begünstigt massive Waldbrände, wie in 2019 in Australien, der Milliarden Tieren das Leben kostete und die Luftverschmutzung massiv begünstigt. Der Klimawandel begünstigt Malaria/Dengue und Cholera und fördert damit Krankheiten, die viel viel viel mehr Menschen bedrohen und töten als COVID19.

7 Millionen Menschen sterben derzeit pro Jahr an Luftverschmutzung. All diese Zahlen entstammen übrigens folgender Quelle: WHO, Lelieveld et al. PNAS, 2019.

Im Schatten von dieser Pandemie kommen aktuell gerade Handelsabkommen gut voran, TTIP und Mercosur, die uns beschleunigten und intensivierten Handel und Konsum bescheren werden; der Amazon wird zu Gunsten Weideflächen beraubt. Es erscheint grotesk, mit welchem wirtschaftlichen Aufwand wir gegen den Virus kämpfen und uns gleichzeitig die Lunge vergiften, die wir brauchen, um gesunden Widerstand gegen den Virus aufzubauen. Ins Kleine herunter gebrochen. Wer in den Kiosk mit Maske geht, um sich eine Packung Zigaretten zur kaufen, der fährt eine unkluge persönliche Risikovermeidungsstrategie. Das Gleiche gilt auch, eine Stufe abstrakter, für den Fleischkauf im Discounter. Ganz sicher schützt man Risikogruppen in-the-long-run (also im Marathon) besser durch NICHT-kauf von Discounterfleisch, als Alibi-artige Anlegen der unsterilen, vermutlich seit Wochen überall rumliegenden Maske.

Wie Diarmid Campbell-Lendrum schon sagt, diese Pandemie hat nichts und doch Alles mit dem Klimawandel zu tun.